Lupo
Lupo – ein treuer Herdenschutzhund sucht sein Zuhause
| Rasse: | Herdenschutz-Mischling |
|---|---|
| Geschlecht: | männlich |
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| Alter: | ca. 01.01.2021 |
| Gewicht: | ca. 36 kg |
| Größe: | ca. 66 cm (Schulterhöhe) |
| Interne ID: | ZA-74-25 |
Ein loyaler Charakterhund sucht Menschen mit Herz und Verstand
Lupo kam zu uns, nachdem sein geliebter Besitzer leider verstorben ist. Nun wartet er im Tierheim darauf, Menschen zu finden, die ihm ein neues, stabiles und liebevolles Zuhause schenken.
Lupo ist ein cleverer und liebenswerter Hund, der gerne, oft auf sehr charmante und humorvolle Weise, eigene Entscheidungen trifft. An seiner Leinenführigkeit und der grundlegenden Erziehung muss noch gearbeitet werden. Auch auf seinen Namen und auf Kommandos reagiert Lupo nicht immer zuverlässig. Das ist bei ihm nicht einfach mit „Ungehorsam“ zu erklären, sondern gehört in Teilen zu seinem Wesen als Herdenschutzhund-Mischling.
Herdenschutzhunde wurden ursprünglich dafür gezüchtet, Herden eigenständig zu bewachen und vor möglichen Gefahren zu schützen. Anders als Hunde, die über viele Generationen darauf selektiert wurden, eng mit ihrem Menschen zusammenzuarbeiten und dessen Kommandos möglichst unmittelbar auszuführen, mussten Herdenschutzhunde selbstständig denken und Entscheidungen treffen. Sie sollten Gefahren erkennen, einschätzen und gegebenenfalls eigenständig handeln, ohne darauf zu warten, dass ein Mensch ihnen vorgibt, was zu tun ist. Diese ausgeprägte Selbstständigkeit ist bis heute ein wesentlicher Bestandteil ihres Charakters. Deshalb kann es bei einem Herdenschutzhund durchaus vorkommen, dass ein Kommando nicht sofort oder nicht zuverlässig ausgeführt wird, insbesondere wenn der Hund eine Situation selbst als wichtiger oder dringlicher einschätzt. Auch der Rückruf und die Orientierung am Menschen müssen häufig besonders sorgfältig und konsequent aufgebaut werden. Wer mit einem Herdenschutzhund lebt, sollte daher verstehen, dass diese Hunde nicht unbedingt zu „Kadavergehorsam“ erzogen werden können und auch nicht darauf ausgelegt sind, jeden Wunsch ihres Menschen ungefragt auszuführen. Sie brauchen Menschen, die ihre Eigenständigkeit akzeptieren, gleichzeitig aber durch klare Regeln, Ruhe, Konsequenz und verlässliche Führung Sicherheit geben. Druck, Härte oder ständige Konfrontation sind dabei nicht der richtige Weg. Viel wichtiger sind Vertrauen, vorausschauendes Management und ein fairer, konsequenter Umgang.
Bei Lupo zeigt sich dieser typische Herdenschutzcharakter deutlich. Er ist aufmerksam, selbstständig, wachsam, mutig und nimmt seine Rolle als „Aufpasser“ sehr ernst. Gerade draußen möchte er Situationen gerne selbst beurteilen und entscheiden, ob etwas seiner Aufmerksamkeit bedarf.
Auch bei Hundebegegnungen hat Lupo bereits eine Entwicklung gemacht. Zu Beginn reagierte er auf andere Hunde teilweise sehr heftig, lautstark und mit starkem Vorwärtsgehen. Wir arbeiten mit ihm daran und können bereits Fortschritte beobachten. Sein Verhalten ist dabei nicht jeden Tag und in jeder Situation gleich. Mal gelingt ihm eine Begegnung deutlich besser, mal fällt es ihm schwerer. Unter guter und souveräner Führung zeigt Lupo das frühere Verhalten inzwischen häufig kaum noch. Er braucht dabei einen Menschen, der Situationen frühzeitig erkennt, ihm Sicherheit gibt und ihm die Verantwortung abnimmt.
Auch auf große und sich schnell bewegende Reize wie LKW und vorbeifahrende Bahnen, aber auch auf Radfahrer und Jogger, hat Lupo in der Vergangenheit teilweise stark reagiert. In solchen Situationen konnte er in die Leine springen, ziehen oder aufgeregt bellen. Auch hier sind wir im Training und sehen bereits, dass es unter guter Führung deutlich besser funktionieren kann. Es gibt Situationen, in denen Lupo diese Reize mittlerweile ruhig passieren lässt und kaum noch entsprechendes Verhalten zeigt. Gleichzeitig muss man fairerweise sagen, dass dies noch nicht zuverlässig in jeder Situation funktioniert. Seine Reaktion hängt stark von der jeweiligen Situation, seiner Erregung und vor allem von der Führung durch den Menschen ab. Deshalb braucht er weiterhin Training, Management und einen souveränen Menschen, der ihm vermittelt, dass er diese Dinge nicht selbst regeln muss.
Menschen gegenüber ist Lupo grundsätzlich freundlich und verschmust. Bei manchen Männern entscheidet jedoch die Sympathie. Manchmal braucht er etwas Zeit, um Vertrauen zu fassen, und in manchen Fällen mag er bestimmte Personen schlicht nicht. Seine Signale sollten deshalb ernst genommen und seine persönlichen Grenzen respektiert werden. Lupo liebt Zuwendung und genießt Streicheleinheiten sehr. Er möchte gerne der Mittelpunkt seiner Menschen sein und zeigt in Anwesenheit anderer Hunde gelegentlich ein wenig Eifersucht. Mit einem guten Management und klaren Regeln lässt sich damit umgehen.
Ein sehr wichtiger Punkt, den seine zukünftigen Menschen unbedingt kennen und ernst nehmen müssen, ist sein Verhalten rund um Futter und Ressourcen. Lupo hat gegenüber Artgenossen bereits Futteraggression gezeigt und kann sein Futter gegenüber anderen Hunden verteidigen. Im Tierheim hat er dieses Verhalten gegenüber uns Menschen bisher nicht gezeigt. Im häuslichen Umfeld muss jedoch unbedingt damit gerechnet werden, dass Lupo Futter und andere für ihn wertvolle Ressourcen gegenüber Menschen verteidigt. In einer solchen Situation hat er bereits gebissen. Darüber hinaus ist uns auch ein Beißvorfall bekannt, der bereits vor Lupos Aufnahme in das Tierheim stattgefunden hat. Die genauen Umstände dieses Vorfalls sollten mit den zukünftigen Interessenten offen besprochen werden. Aufgrund dieser Vorgeschichte darf das Thema Beißverhalten keinesfalls unterschätzt werden.
Lupo braucht deshalb Menschen, die mit diesen Verhaltensweisen verantwortungsvoll umgehen können und bereit sind, daran fachkundig zu arbeiten. Beim Fressen sollte er seine Ruhe haben und nicht bedrängt, gestört oder getestet werden. Futter und andere wertvolle Ressourcen müssen konsequent gemanagt werden. In einem Haushalt mit Kindern sehen wir Lupo aufgrund dieses Verhaltens nicht.
Wichtig ist uns auch, dass seine zukünftigen Menschen nicht versuchen, ihm durch Druck oder das bewusste Wegnehmen von Futter „zu zeigen, wer der Chef ist“. Gerade bei einem selbstständigen Herdenschutzhund kann ein solches Vorgehen Konflikte verschärfen. Lupo braucht stattdessen klare Regeln, Ruhe, Sicherheit, Management und einen fairen Trainingsansatz. Seine Menschen müssen lernen, Situationen vorausschauend einzuschätzen und ihm gar nicht erst die Notwendigkeit zu geben, Ressourcen selbst verteidigen zu müssen.
Mit anderen Hunden ist Lupo nach Sympathie verträglich. Er läuft gut in Hundegruppen und ist fair im Umgang mit Artgenossen.
Den Katzentest hat Lupo bei uns bestanden. Wir können uns deshalb grundsätzlich vorstellen, dass ein Zusammenleben mit einer Katze auch im häuslichen Umfeld funktionieren kann. Wie bei jedem Hund sollte eine Zusammenführung langsam, kontrolliert und mit der Möglichkeit einer räumlichen Trennung erfolgen. Eine Garantie für jedes individuelle Zusammenleben können wir selbstverständlich nicht geben.
Für Lupo suchen wir sehr hundeerfahrene Menschen, idealerweise mit Erfahrung mit Herdenschutzhunden oder zumindest mit der Bereitschaft, sich intensiv mit diesem besonderen Hundetyp auseinanderzusetzen. Ein ruhiges, strukturiertes Zuhause und Menschen, die klare Grenzen setzen können, ohne hart oder unfair zu werden, wären für ihn ideal. Lupo ist kein Hund für Menschen, die einen jederzeit zuverlässig auf jedes Kommando reagierenden Begleiter suchen. Er ist ein Hund, der hinterfragt, Situationen selbst beurteilt und entsprechend seinem Wesen auch eigene Entscheidungen trifft.
Wer Lupo mit Klarheit, Geduld, Konsequenz und ganz viel Herz begegnet, wird in ihm einen loyalen, engen und wunderbaren Begleiter finden. Lupo hat durch den Verlust seines Menschen bereits einen schweren Einschnitt erlebt. Nun wünschen wir uns für ihn ein Zuhause, das ihm Stabilität, Verständnis und Sicherheit gibt und in dem er endlich wieder ankommen darf. Ein Zuhause, in dem man ihm nicht seine Persönlichkeit nehmen möchte, sondern bereit ist, ihn so anzunehmen, wie er ist, mit all seinen besonderen Eigenschaften, seinen Herausforderungen und seinem großen Herzen.
Fotos zum Teil ehrenamtlich geschossen und bereitgestellt von www.chantigraphie.com
Bei der Adoption von Hunden bedarf es einem Einverständnis des Vermieters.
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