Als Chucky zu uns kam, hatte der Beagle-Mix eine kleine Odyssee hinter sich. Er hatte gebissen, musste aus seinem Zuhause raus. Man versuchte vergebens, ihm einen Maulkorb aufzusetzen, was erst nach einer Sedierung möglich war. Über ein anderes Tierheim landete der Gute dann bei uns.

Immer noch versehen mit einem Maulkorb, den er die ersten 2 Tage trug, um uns ein weniger gefährlichen Umgang mit ihm zu ermöglichen. Diese Maßnahme half uns, direkt mit ihm arbeiten zu können, was auch recht schnell zum Erfolg führte. (Keine Sorge, er konnte problemlos fressen und trinken.)

Chucky verhielt sich beim Anfassen nicht wie ein Hund, der vom Welpenalter an beim Menschen aufgewachsen ist, sondern wie ein Straßenhund. Er rastete völlig aus, wenn man in die Nähe seine Kopfes kam.

Mittlerweile hat er viel gelernt, ist wesensfester geworden, und offener. Er ist viel toleranter geworden und merkt, dass es kein Problem ist, ihn auch mal anzuleinen.

Er verbringt gerne die Pausen bei uns, holt sich seine Streicheleinheiten ab und macht dann Beagle-typisch sein Ding – wobei er dann auch Beagle-typisch nicht hört. Mit Hunden zeigt er sich hier bisher auch sehr gut.

Nun klingt das alles schlimm, ist es irgendwo auch – es heißt aber nicht, dass ein gutes Leben mit Chucky nicht mehr möglich ist. Absolut positiv hervorzuheben ist, dass Chucky nicht unvermittelt zubeisst, sondern davor alle Stufen zeigt. Seine Körperspannung verändert sich, dann fängt er an zu knurren, dann schnappt er zur Warnung, erst danach beißt er – wobei er immer den Rückzug wählt, wenn er kann. Wer diese Körpersprache also lesen kann, kann rechtzeitig die Situation entschärfen und gemeinsam mit Chucky an neuen Strategien arbeiten. Diese benötigt er, um Situationen meistern zu können, ohne in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Damit ein Leben in Kooperation mit dem Menschen möglich ist, damit er nicht nur als Mitläufer nebenherlebt.

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